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Arbeitgeber müssen sich bewerben. Und nicht mehr Arbeitnehmer.

Einer der wichtigsten Werttreiber der Wirtschaft ist Innovation, die jedoch ohne junge, hochqualifizierte Mitarbeiter scheitern wird. Deren hohe Ansprüche an ihre Tätigkeit und ihr Arbeitsumfeld irritieren zwar immer häufiger Unternehmen, werden aber aufgrund des Mangels an ‘High Potentials’ zur Tagesordnung. Wo sich immer häufiger der Arbeitgeber und nicht der Arbeitnehmer bewerben muss, sind Auswege aus dem Dilemma gefragt. Eine neue Studie zeigt Lösungen.

Jochen Schenk, Vorstand der Real I.S. AG und Prof. Bernd Thomsen, CEO der TGISC® sind sich einig: „Egal, ob junges Spin-Off oder etabliertes Unternehmen, das Freelancer braucht: Innovatoren, oft aus der IT- und Telekommunikationsbranche, kurz „ITK“ werden künftig verstärkt in Wissensnetzwerken arbeiten und damit Innovationen begründen, die der Stimulus für erfolgreiche Volkswirtschaften bleiben.‘‘ „Allerdings lassen sich“, so ergänzt Prof. Thomsen, „Innovationen nicht einfach online zaubern.“ Das reale Leben scheint auch im Internetzeitalter noch seinen Wert zu haben.
Die Studie zur Zukunft der Arbeit in wissensbasierten Branchen, die untersuchte, wie Innovation entsteht, habe bewiesen, dass Unternehmen sich mit Wissensmanagement  befassen müssen, um sich auf die neuen Bedürfnisse der jungen, hochqualifizierten Arbeitnehmer einzustellen. Diese „Digital Natives“, die der Turbo für Innovationen sind, leben die digitalen Rationalitäten, die das Internet ihnen schenkt – darauf müssen die zukunftsfähigen Arbeitgeber, die auf deren Wissen angewiesen sind, vorbereitet sein. Sie müssen ihre Arbeitsumfelder in spezifischer Weise verändern, um Mitarbeiter, die Innovationen schaffen (und Arbeitslosigkeit nicht kennen), langfristig gewinnen und binden zu können, unabhängig davon, ob diese sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden oder als Selbständige „One Brain Unternehmer“ oder als Unternehmensgründer aktiv sind. Hierin liegt einer der Schlüssel für erfolgreiche Volkswirtschaften.
Mitarbeiter von Morgen müssen also anders attraktiviert werden.
Branchen, wie die der ITK, für die Innovationen ein wichtiger Werttreiber sind, stehen vor neuen Herausforderungen.

Wie verändert sich die Gesellschaft und was bedeutet das für die zukünftige Arbeitswelt? Die vorgenannten wichtigsten Ergebnisse der Studie, die mittels Zukunftsforschung nach dem sogenannten TrendMonitoring®-System ermittelt und mittels qualitativer Marktforschung nach dem LiveResearch®-System (bei dem hohe Validität durch Analyse auch nonverbaler Ausdrucksformen erreicht wird) verifiziert wurden, sind auf fünf sogenannte Megatrends, also Entwicklungen, die mehrere Jahrzehnte andauern, zurückzuführen: „Verschnellerung“, „Wettbewerb um Wissen“, „Subjektivierung der Arbeit“, „volatile Arbeitgeberwahl“ und „Deutschland - Freiberufler-Land“. Nicht jedoch diese Megatrends sind die Ergebnisse der Studie. Vielmehr bieten sie den Nährboden für die hochrelevante Korrelation zwischen Innovationen, Wissens-Netzwerken und der Attraktivierung ihrer wichtigsten Jünger:

Verschnellerung: Die Verschnellerung der Welt ist durch Dynamik und Komplexität, die sich in vielen Aspekten ausdrückt, geprägt. Z.B. umspannen Netzwerke wie Twitter oder Facebook die Welt und informieren sie über Geschehnisse bevor es andere tun. Dies zeigt die enorme Kraft der Digitalisierung. Mit der Folge: weltweite Vernetzung, die zum Turbo der beschleunigten Zeit wird.
Wettbewerb um Wissen: Wissen ist der wichtigste Asset, wenn es um Wettbewerbsfähigkeit geht. „Wissen wohnt in Menschen“. Diese Menschen, die für das eigene Unternehmen hoch relevant sind, gilt es zu finden und zu binden. Kurze Innovationszyklen sind wettbewerbsentscheidend. Die Wissensgesellschaft verändert die Wirtschaft.
Subjektivierung der Arbeit: Dieser Trend beschreibt die Sinnsuche. Wichtige Mitarbeiter fragen sich: „Warum tue ich das eigentlich?“ Die Affinität für diese Themen werden in den wissensintensiven Berufen immer stärker: „Ich lebe nicht um zu arbeiten, sondern ich arbeite um zu leben.“
Die Arbeitgeberwahl wird immer volatiler: Menschen reflektieren ihren eigenen Wert und können sich ihre Jobs aussuchen. Im Kontext der soziodemographischen Entwicklung, aus der eine zunehmende Verknappung hochqualifizierter Beschäftigter resultiert, haben sie es noch leichter.
Deutschland ist nicht nur Schrumpfland, sondern auch Freiberufler-Land: Dies ist hochrelevant für den tertiären Sektor. Denn es sind genau die Mitarbeiter, welche die Wirtschaft benötigt. Seit 1994 hat sich der gesamtwirtschaftliche Anteil der Freiberufler verdoppelt. 

Unternehmen müssen sich folglich auf die neuen Bedürfnisse der jungen, hochqualifizierten und begehrten Arbeitnehmer einstellen. Für diese „Digital Natives“ sind hohe Ansprüche an ihre Tätigkeit sowie ihr Arbeitsumfeld charakteristisch.

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