Das Karriere-Portal der TGISC Das Karriere-Portal der TGISC

Interview mit Prof. Thomsen über Realismus, Fabbing und die Immobilienindustrie.

Ende des Logistikbooms?

Prof. Bernd Thomsen, CEO der TGISC®, zeigt warum es Shoppingcenter-Chefs mulmig werden sollte.

 

Ist Fabbing das Ende des Logistikimmobilien-Booms, Herr Prof. Thomsen?

Die Logistikimmobilie hat in den letzten Jahren eine massive Explosion erfahren. E-Commerce und immer neue Onlineshops sind die Treiber für immer mehr benötigte Lager und Knotenpunkte. Die Entwicklung von Logistikimmobilien ist mehr als außergewöhnlich. Mit 1,83 Mrd. ist das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2014 erheblich gestiegen. Die Logistikimmobilie bewegt sich raus aus der Nische. Dennoch ist auch dieser rasante Aufstieg bedroht. Eine neue Technologie entwickelt sich gerade zu einem alltagsfähigen Produktionsinstrument, welches in Zeiten von Individualisierung und variantenreichen Lebensstilen Konsumgewohnheiten noch einmal völlig neu definieren wird: der 3D-Druck.

Was dies mit der Immobilienwirtschaft zu tun hat, dazu haben wir Herrn Prof. Bernd Thomsen, CEO der auf Innovation, auch durch Zukunftsforschung, spezialisierten internationalen Strategieberatung THOMSEN GROUP, die 2014 ihr 30-jähriges Jubiläum feiert, befragt:

 

Herr Prof. Thomsen, das Thema 3D-Druck gilt bei den meisten als Utopie oder weit entfernte Zukunftsmusik. Wie realistisch ist es, dass in Zukunft jeder Mensch einen 3D-Drucker besitzen wird und wann wird es soweit sein? Und noch viel wichtiger: Was werden wir damit drucken können?

(Prof. Thomsen:) Vor wenigen Wochen wurde das erste Automobil und das erste menschliche Herz im 3D-Druck hergestellt. Hier spielt tatsächlich die Musik! Mit Zukunftsmusik hat das aber nur bedingt zu tun. 3D-Drucker werden in heimischen Haushalten so selbstverständlich sein wie gestern in vielen ein Faxgerät. Preise von heute noch 1.000 bis 2.000 Euro werden purzeln, aber beweisen auch, wie nah uns diese nächste industrielle Revolution bereits ist. Klar wird man damit zu Hause keine modischen Schuhe drucken, sondern eher den Kinderbaustein, einen Schlüssel oder die kaputte Batterieabdeckung der TV-Fernbedienung. Für den besagten Lieblingsschuh braucht man schon leistungsfähigere Geräte. Die werden aber auch allenthalben zu finden sein.
Den Begriff 3D-Druck mag ich übrigens wenig, weil diese Fabrikationsmethode mit klassischem Druck wenig zu tun hat. „Fabbing“ passt da schon besser.

Wieso sollte die Immobilienwirtschaft genau von diesem Thema betroffen sein? Und welche Gefahren birgt eine solche von Ihnen beschriebene Entwicklung für das Thema Logistikimmobilie? 

(Prof. Thomsen:) Auf den ersten Blick bleibt alles beim Alten. Denn Fabbing ist Teil des FutureAssets „Sharing“. Die Produktionsvorlagen werden von den Menschen im Internet geteilt werden. Im Zweifel bestellt man auch gleich im Web sein Wunschprodukt. Und für die Logistik ist kaum etwas anders als in aktuellen Boom-Lieferketten. Doch wenn im heutigen Shopping-Center um die Ecke nicht nur Verkaufsflächen viel kleiner und übrigens gastronomische Angebote größer, sondern auch der leistungsfähige 3D-Drucker genau die vorbenannten Lieblingsschuhe – individueller als je zuvor – herstellt, sollte es jedem Centerbetreiber mulmig werden. Klar werden Verbraucher immer Haptisches suchen und Menschen Menschen treffen wollen (deshalb das eben genannte Gastronomiewachstum). Doch Flächenbedarfe ändern sich dramatisch! Nach unten, versteht sich.
Und: Die Schuhkundin (oder die, die heute noch in andere Shops für ihr Wunschprodukt geht) wird das frisch aus dem 3D-Drucker stammende Produkt gleich mitnehmen, sozusagen sich selbst zustellen. Braucht Sie also noch Zusteller? Eine Frage, die Logistikfans unter den Assetmanagern genauer untersuchen lassen sollten.

 

Wie wird sich die Immobilienwirtschaft dahingehend aufstellen müssen, sollte sie insgesamt mehr an zukunftsfähigen Konzepten arbeiten?

(Prof. Thomsen:) Die Immobilien-Branche ist da besonders. Ich darf das sagen, weil im Mandanten-Portfolio der THOMSEN GROUP die meisten wichtigen Industrien einen Anteil von rund 12% haben, die Immobilienbranche jedoch 24%. Immobilienunternehmen haben zwar eine starke finanzwirtschaftliche Ausrichtung, was an der Wall Street abgeht, geht dennoch an den meisten vorbei:
Fabbing ist der Gewinner! Doch auch unabhängig von diesem einen Thema sind andere Industrien offener dafür, zu wissen, was in 50 Jahren sein wird. Für das heutige Business irrelevant, sagen sie? Im Gegenteil! Wir verifizieren täglich, welche Entwicklung von übermorgen schon heute zur marktführenden Innovation wird. Nicht selten für Produkte, deren Haltbarkeit oft nur 1% einer Immobilie erreicht. Manager von Immobilien, die Jahrzehnte (oder gar Jahrhunderte) Bestand haben können, sollten mindestens wissen, was 2050 sein wird.
Interessanterweise werden viele der CEOs, die heute die marktsichernde Entscheidung getroffen haben, eine Zukunftsstrategie zu mandatieren, dann 100 Jahre alt sein. 100% Zustimmung ihres Aufsichtsrats haben sie – dank der sofortigen Erfolge – auf jeden Fall bekommen.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Die 3 wichtigsten Zukunftsindustrien.

Chairmans corner.

Innovation mit Praxisbeweis.


Das innowait-System im Detail.
Unsere Leistungen

Jetzt anrufen: +49 40 66 90 90 80
xing kununu linkedIn facebook youtube Google+ twitter

Geben Sie hier bitte Ihre Telefonnummer aus dem deutschen Festnetz an. Sekunden später klingelt Ihr Telefon und Sie werden
kostenlos mit uns verbunden.


Telefon-Nr: